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Rund zwei Drittel der insgesamt 3.400 Tonnen Bundesbank-Gold sollen in New York lagern. Bereits im vergangenen Jahr hat der CSU-Politiker Peter Gauweiler moniert, “dass die Bundesbank ihrer bilanzrechtlichen Pflicht nicht nachkomme, wenn sie das Gold, das in den Tresoren der Federal Reserve Bank in New York eingelagert ist, nur unregelmäßig in Augenschein nimmt.”

Ich begrüße und unterstütze daher die Intiative “Holt unser Gold heim”, die im wesentlichen drei Punkte fordert:
- einen vollständigen und unabhängig testierten physischen Voll-Audit der deutschen Goldbestände an allen Lagerorten;
- die zeitnahe Rückführung des im Ausland gelagerten Goldes nach Deutschland
- die Herbeiführung eines verfassungsrechtslich abzusichernden bilanziellen Sonderstatus der Goldreserve zur Abwehr der schnell zunehmenden Ausbuchungsgefahr aufgrund der sich seit 2007 dramatisch verschlechternden Qualität der Bundesbank-Bilanz.

Machen Sie mit und unterzeichnen Sie noch heute: http://www.gold-action.de/initiative.html

Frohe Ostern wünscht Ihr
Matthias Schmitt

Fast zwei Wochen ist es nun her, dass klar ist, dass der Schuldenschnitt bei den griechischen Anleihen nicht freiwillig war, wie uns fast ein Jahr lang vorgegaukelt wurde! Die nachträgliche Änderung der Anleihebedingungen und das Ausnutzen (der zuvor nicht vorhandenen) CAC-Klausel stellt für mich ganz klar eine Enteignung der Investoren da. Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn Griechenland offiziell eine Staatspleite hingelegt hätte. Dieses Risiko gehe ich mit jedem Investment in einer Staatsanleihe ein. Aber eine nachträgliche Anpassung der Spielregeln ist Betrug.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK) strebt eine Klage gegen Griechenland an. Nachdem der erste Schritt vor griechischen Gerichten stattfinden muss, kann man sich das Ergebnis bereits jetzt ausmalen. Etwas mehr Aussicht auf Erfolg dürfte eine anschließende Klage vor einem europäischen Gericht haben. Aber nachdem Rechtsverstöße (Anleihen-Käufe durch die EZB, etc.) in den Europäischen Union von ganz oben praktiziert oder Aktionen wie im Falle der Griechenland-Anleihen unterstützt werden, habe ich ehrlich gesagt wenig Hoffnung auf einen positiven Ausgang.

Bleibt es, den Verlust als Lehrgeld zu betrachten: So schnell wird von mir kein Staat (auch keine Bundesrepublik) Geld in Form von Anleihen bekommen. Da kaufe ich lieber Unternehmens-Anleihen oder Aktien. Wenn dort manipuliert wird, bleibt mir die Klage vor einem Gericht. Klagen gegen den Staat sind aussichtslos.

Was mich beunruhigt ist, dass auch durch die Medien kaum ein Aufschrei wegen der Enteignung ging. Bei der Welt habe ich einen guten Artikel gefunden, aber viele Journalisten scheinen die Dimension dieses skandalösen Vorgangs gar nicht überrissen zu haben. Warum steht nichts in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben? Gehört sie doch selbst zu den betrogenen (Anmerkung: Die Zeitung hat 10.000 € in Griechenland-Anleihen angelegt, um zu sehen, ob die Spekulation aufgeht)?

Ich bin ein Befürworter der europäischen Einigung und einer gemeinsamen Währung gewesen. Wenn dies aber mit ungehemmten Gelddrucken und einer Abschaffung des Rechtsstaats einhergeht, dann ist das ein Rückschritt in Richtung Bananenrepublik. Wir werfen gerade alle Errungenschaften (das waren einige der Wurzeln unseres Wohlstandes!) der deutschen Nachkriegs-Generationen über den Haufen. Wir bewegen uns mit Sieben-Meilen-Stiefeln weg von Demokratie und Rechtsstaat.

Für ein Zurück ist es allerdings jetzt zu spät. Die eingegangen Verpflichtungen (Garantien, Target-2-Salden etc.) haben uns bereits an Europa gefesselt. Die einzige Chance, die wir noch haben, ist Europa nach unseren Regeln (die Jahrzehnte lang für Frieden und Wohlstand standen) zu gestalten.

Ihr Matthias Schmitt

PS 1: Offenlegung möglicher Interessenskonflikte: Der Autor ist (zwangsweise) in allen Staatsanleihen Griechenlands investiert.

PS 2: In unserer aktuellen Auktion haben wir zahlreiche (unbediente) Anleihen aus Griechenland: http://www.hwph.de/historische-wertpapiere/katalog-auktnr-pa26-150-159.html

 

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Ihr
Matthias Schmitt

Nun liegt es also auf dem Tisch, das Tausch-Angebot für die Griechenland-Anleihen. Es reicht bereits ein kurzer Blick um festzustellen, dass man dieses Angebot nur ablehnen kann. Denn Anleger erhalten pro 1.000 Euro Nominalwert insgesamt 20 verschiedene Griechenland-Bonds mit unterschiedlichen Laufzeiten und im Gesamtnominalwert von 315 Euro. Dazu GDP-Linked Notes. Deren Auszahlungen hängen von der Entwicklung der griechischen Wirtschaft ab. Die aufgelaufenen Stückzinsen werden in Form von Accrued Interest Notes an die Anleger weitergegeben. Das einzig richtig werthaltige dürften die beiden PSI Payment Notes im Nominalwert von 150 Euro sein. Das sind Schuldverschreibungen des EFSF mit einjähriger und zweijähriger Laufzeit. Aus einer Anleihe werden also mit einem Schlag 24 Depotpositionen! Ich glaube, die Macher des Schuldentausches haben das Prinzip der Diversifikation falsch verstanden.

Hat ein Anleger beispielsweise Griechenland-Anleihen über 10.000 € nominal im Depot, so sieht die Rechnung wie folgt aus: Das werthaltigste sind zwei EFSF-Anleihen mit jeweils 750 € Nominalwert. Der Kurswert dürfte auf Grund der hohen Bonität und der kurzen Laufzeit etwa in gleicher Höhe liegen. Ob den GDP-Linked Notes überhaupt einen nennenswerten Wert haben, steht in den Sternen (dazu muss die griechische Wirtschaft erst mal wachsen). Der Wert der Accrued Interest Notes hängt davon ab wie hoch die Stückzinsen der getauschten Anleihen waren. Der ganze Schwachsinn (und so etwas können sich nur EU-Beamte ausdenken, sie wohl noch nie eine Wertpapiertransaktion durchgeführt haben) offenbart sich allerdings erst bei einem Blick auf die 20 zu liefernden neue Griechenland-Anleihen.

Diese 20 Anleihen haben in Summe einen Nominalwert von 315 Euro je 1.000 Euro Alt-Anleihen. Ihr Kurs dürfte schon bald nach der Ausgabe bei 20 bis 30 Prozent des Nominalwertes liegen. Wie komme ich auf diese Zahl? Aktuell kosten die meisten Griechen-Bonds um die 22 Prozent. Anleger, die den Tausch mitmachen, erhalten 15 Prozent “sichere” EFSF-Anleihen. Verbleibt für die restlichen Bestandteile der Tauschaktion (GDP-Linked Notes und 20 neue Anleihen) in Summe nur noch 7 Prozent des Nominalwertes. Setzt man nun die GDP-Linked Notes mit null an, so entfallen auf die 20 Anleihen dann 7 Prozent des Kurses der alten Griechen-Bonds. Da der Nennwert auf 31,5 Prozent gekürzt wird, errechnet sich (7/31,5) ein “theoretischer” Kurs von rund 22 Prozent für die 20 neuen Griechenland-Anleihen.

Zurück zu unserem Anleger mit 10.000 € Nominal in alten Griechenland-Anleihen. Er hat nun nominal 3.150 Euro in neuen Griechenland-Anleihen. Bei einem Kurs von 22 Prozent ergibt sich ein Marktwert von 693 Euro. Das wäre ja noch nicht weiter schlimm. Aber dieser Wert verteilt sich auf 20 Anleihen! Das macht also dann rund 14 Euro pro Anleihe. Selbst beim günstigsten Discountbroker kommt man hier kaum unter 50 Prozent Kostenbelastung beim Verkauf! Von jährlichen Depotverwaltungskosten gar nicht zu reden.

Für die meisten Privatanleger bleibt daher nur eine Wahl: Den Umtausch und die Änderung der Anleihebedingungen ablehnen und darauf hoffen, dass genügend Anleger beim Umtausch mitmachen. Dann würde es zu einer Rückzahlung zum Nominalwert kommen. Die Gefahr ist allerdings groß, dass Griechenland von den neu eingeführten CAC-Klauseln Gebrauch macht und Anleger anschließend den Tausch aufzwingt.

Einen sehr guten Informationsservice zum Thema bietet die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger ihren Mitgliedern. Wer unter Angabe seiner Mitgliedsnummer eine Mail mit dem Stichwort “Griechenland” an info@sdk.org sendet, erhält den Newsletter Griechenland-Anleihen. Ebenfalls empfehlen kann ich den Newsletter des Smart Investor.

Ihr
Matthias Schmitt

PS: Offenlegung möglicher Interessenskonflikte: Der Autor ist in den  Griechenland-Anleihen (GR0110021236) und (GR0114020457) investiert und hat das Umtauschangebot sowie die Änderung der Anleihebedingungen abgelehnt!

Mit der Wechselkursuntergrenze des Schweizer Franken zum Euro hat die Schweizerische Nationalbank SNB eine hochinteressante Investmentchance geschaffen: Durch die Untergrenze – und ich halte die Instrumente und die Glaubwürdigkeit der SNB für so hoch, dass die Kursgrenze um alles in der Welt verteidigt wird -, hat die SNB die Verluste für Long-Spekulationen extrem begrenzt. Gleichzeitig ist die Gewinn-Seite offen. Es besteht sogar die Chance, dass die SNB die Wechselkursuntergrenze anheben wird.

Wie funktioniert nun das Franken-Spiel? Ideal funktioniert es mit Turbo-Zertifikaten. UBS offeriert einen Turbo-Long (CH0114082099)
ohne Laufzeitbegrenzung mit Basis bei  1,1919 Franken und Knock-Out bei 1,1979 Franken. Der Kaufzeitpunkt für diesen Schein ist gekommen, wenn der Franken in Richtung Untergrenze fällt, z. B. auf 1,2050 Franken je Euro. Dann kostet das Zertifikat rund 1,25 bis 1,35 Euro. Solange die SNB die Kursuntergrenze hält, sind die Risiken gering. Kommt man mit seinem Limit bei rund 1,30 Euro pro Turbo zum Zug, so muss man nur auf die meist in den folgenden Tagen einsetzende Gegenbewegung warten und kann den Schein dann mit Kursen zwischen 1,50 und 1,60 Euro wieder verkaufen.

Das Spiel lässt sich wiederholen, solange der Schweizer Franken volatil ist und die SNB die Kursuntergrenze hält. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass bei dem Open-End-Turbo Basispreis und Knock-Out regelmäßig etwas angehoben werden. Die Zeit spielt also gegen Sie. Sollte die SNB die Kursuntergrenze aufgeben, droht der Totalverlust. Aber das halte ich für extrem unwahrscheinlich.

Die Kursuntergrenze der SNB sorgt für ein asymmetrisches Chance-Risiko-Verhältnis zu Gunsten der Chancen. Beste Voraussetzungen für ein Investment.

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Ihr
Matthias Schmitt

PS: Offenlegung möglicher Interessenskonflikte: Aktuell bin ich in dem vorgestellten Zertifikat nicht investiert, habe aber ein Kauflimit im Markt.

Das Drama um Griechenland hat in den vergangenen Wochen mächtig an den Nerven gezehrt und eines schonungslos offen gelegt: Mit Terminen, Vereinbarungen etc. haben es die Griechen (wie alle Südländer) nicht so. So hoffe ich, dass es in der kommenden Woche zu einer klaren Ansage in Sachen Griechenland-Bonds kommen wird (und die dann auch umgesetzt wird).

Nach meinem aktuellen Informationsstand spricht einiges dafür, dass Privatanleger, die nicht an dem “freiwilligen” Umtauschangebot teilnehmen, die Anleihen regulär zurückbezahlt bekommen. Ein zweifelsohne guter Schnitt. Was allerdings irritiert: Einem Bericht “Der Welt” zufolge hat die EZB allerdings bereits ihre Anleihen in Papiere mit einer neuen ISIN getauscht. Dies soll eine Vorbereitung sein, damit für die alten Papiere nachträglich die Bedingungen angepasst werden können und so der Schuldenschnitt für alle verpflichtend gemacht werden kann. Ich halte das aber nur für eine Drohgebärde. Ein solches Vorgehen würde dazu führen, dass Kreditausfallversicherungen (CDS) fällig werden. Und ich bin davon überzeugt, dass die Politiker in der EU alles daran setzen werden, dass niemand an der beinahe Pleite eines Landes offensichtlich verdienen kann.

Sollte es allerdings zu dem unwahrscheinlichen Szenario kommen, dass die EZB ihre Bonds in neue Anleihen (gleiche Laufzeit, gleiche Konditionen, nur andere ISIN um sie beim Schuldenschnitt abgrenzen zu können) tauschen konnte, andere Anleger nicht diese Möglichkeit hatten und die anderen Investoren anschließend zum Schuldenschnitt gezwungen werden, so wäre das für mein Dafürhalten Insiderhandel und in keinster Weise mit den Grundsätzen eines Rechtsstaates vereinbar. Anschließende Klagen dürften dann zeigen, ob der Rechtsstaat noch funktioniert oder nicht. Falls es rechtens ist, dass die EZB ausgezahlt wird, andere Anleger, die nicht am “freiwilligen” Schuldenschnitt mitgemacht haben jedoch nicht, so lässt das tief blicken. 

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Alle Investoren sollte das Totalverlustrisiko bei den Griechenland-Anleihen bewußt sein!

Ihr
Matthias Schmitt

PS: Offenlegung möglicher Interessenskonflikte: Der Autor ist direkt in den Griechenland-Anleihen (GR0110021236) und (GR0114020457) investiert.

Die Ankündigung des griechischen Vize-Regierungschef Evangelos Venizelos, die Wahlen erst nach Ostern abzuhalten, sollte Besitzer von Griechenland-Anleihen aufhorchen lassen. Der nächste Griechenland-Bond (GR0110021236) wird am 20.03.2012 fällig – und damit vor dem Wahltermin. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die EU Griechenland wenige Tage vor einer Wahl in die Pleite schlittern lässt. Daher schätze ich die Rückzahlungswahrscheinlichkeit für diese Anleihe recht hoch ein. Die Anleihe notiert derzeit bei weniger als 50 Prozent und bietet damit rund 100 Prozent Chance in weniger als drei Monaten. Dennoch sollte einem bewusst sein, dass im schlimmsten Fall der Totalverlust droht.

Ein erfolgreiches, gesundes und glückliches Jahr 2012 wünscht Ihnen Ihr
Matthias Schmitt

In den Tagen vor Weihnachten laufen die Werbemaßnahmen für wohltätige Zwecke und caritative Organisationen auf Hochtouren. Sie alle buhlen um die Gunst der kurz vor dem Fest und vor Jahresende (Stichwort: noch schnell Steuern sparen) besonders spendenfreudiger Menschen. Das Procedere ist seit Jahrhunderten das gleiche, allerdings haben sich die Werbeformen geändert.

Wie einige Beispiele aus den letzten Jahren zeigen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Fußball-Clubs wie der FC St. Paul, der 1. FC Nürnberg, 1860 München, Hertha BSC Berlin, Schalke 04, der 1. FC Köln, Alemannia Aachen und Hansa Rostock haben in jüngster Vergangenheit Anleihen aufgelegt um sich zu refinanzieren. Bei den Anleihen handelt es sich jedoch nicht um börsennotierte Anleihen, wie wir sie etwa vom Bund oder Unternehmen aufgelegt werden, sondern um Schmuck-Anleihen. Meist zieren große Personen und Ereignisse der Vereinsgeschichte die dekorativen Papiere, wie hier bei der Anleihe des 1. FC Nürnberg:

Die Club-Anleihe - für Fans ein Muß.

Viele werden sich nun fragen, wo der Clou einer solchen Anleihe liegt. Schließlich ist es doch egal, ob man das Geld auf der Bank aufnimmt oder eine Schmuck-Anleihe emittiert. Letztere produziert auf Grund des Drucks sogar noch Kosten. Der Clou ist allerdings, dass die meisten Bonds bei Fans platziert werden und diese behalten die Urkunden als Erinnerungsstücke. Kaum einer kommt auf die Idee die Kupons herauszuschneiden und bei der Bank oder an der Vereinskasse einzulösen und die Zinsen zu fordern. Je kleiner der Nominalwert und je dekorativer der Motiv, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Anleihe-Zertifikate nie eingelöst werden. Nach Eintritt der Verjährung verfällt der Anspruch auf Auszahlung von Zinsen und Nominalbetrag.

Diese Form der Finanzierung ist keine neue Erfindung. Der 1. FC Nürnberg hat bereits 1921 Anteilscheine aufgelegt. Diese wurden mit 4,5 Prozent verzinst. Für die Verzinsung und Rückzahlung haftete der Verein mit seinem ganzen Vermögen.
Bei Sammlern heiß begehrt: Anteilschein des Club

Auch für Investoren sind diese Anleihen interessant. Denn das Risiko ist geringer als bei einer normalen Anleihe. Anleger, die 1921 die obige Club-Anleihe gezeichnet haben, haben durch die 1923er-Inflation zwar ihr Geld vollständig verloren, allerdings blieb Ihnen der Anteilschein. Dieser ist unter Sammlern heiß begehrt. Er brachte vor einigen Jahren auf einer unserer Auktionen 2.200 €. Für den Käufer der Schmuck-Bonds besteht also eine Absicherung durch den Sammlerwert.

Schmuck-Anleihen sind aber nicht die einzige Form der Social Bonds. In den vergangenen Jahrhunderten haben sich verschiedene Arten etabliert. Eine davon sind Bausteine. Bausteine sind mehr oder weniger dekorative Spendenquittungen.

Baustein über 3 Mark des Verein Seglerheim am Müggelsee

Zahlreiche kulturelle Highlights der Bundesrepublik wären ohne Social Bonds in dieser Form nie entstanden. Das wohl bekannteste, durch Social Bonds finanzierte Großprojekt, sind die Bayreuther Festspiele. Mitten im berühmten Börsen- und Gründungsboom der Jahre 1870 bis 1873 gab der immer von Geldsorgen geplagte Komponist Richard Wagner – inspiriert vom Gründerbaron Friedrich von Feustel - Patronat-Scheine zur Finanzierung seines Traums aus: Festspiele in Bayreuth. Den Finanziers winkte eine besondere “Dividende”: Sie erhielten Eintrittskarten für die Uraufführung des Ring des Nibelungen. Richard Wagner signierte den Patronat-Schein persönlich.

Patronat-Schein der Bayreuther Festspiele mit Original-Signatur von Richard Wagner

Selbst die Kommunisten ließen sich von Social Bonds überzeugen: Die PDS gab in den 1990ern Anteilscheine an ihrem Wahlkampfkostenfonds aus. Mit dem Wahlkampfkostenfonds wollte die PDS Spendengelder für den  Bundestagswahlkampf 1994 mobilisieren. Die PDS sah ihre Chancen auf den  Wiedereinzug in den Bundestag schwinden, da am 31.08.1991 die Gelder des  Wahlkampfkostenfonds beschlagnahmt worden waren.

Anteilschein am PDS-Wahlkampffonds über 200 DM

Es gibt aber nicht nur Anleihen und Anleihe-ähnliche Instrumente, sondern auch soziale Aktien. Eine Gesellschaft, die auch heute noch dekorative Aktien ausgibt, ist die Sozial AG in Bielefeld. Die Gesellschaft wurde 1999 gegründet und ist eine der ersten gemeinnützigen Aktiengesellschaft in Deutschland. Erstmals können Anleger seit einigen Tagen unter www.sozialaktie.de Aktien mit einem individuellen Bildmotiv erwerben. Zwei Aktien kosten dabei rund 50 € (Spendenanteil 20 € je Aktie). Der Käufer der Aktie darf entscheiden, welche gemeinnützige Einrichtung die Spende erhalten soll. Eine erstklassige Idee!

Beispiel einer individuell gestalteten Aktie der Sozial-AG (Quelle: www.sozialaktie.de)

Die Zukunft der verschiedensten Arten von Social Bonds sehe ich vor allem in der Finanzierung kommunaler sozialer Projekte, wie beispielsweise dem Neubau eines Kindergartens, einer Sporthalle, eines Spielplatzes etc. Durch Ausgabe von Bausteinen oder auch durch Schmuck-Anleihen lassen sich abseits der staatlichen Förderbürokratie Mittel aus dem regionalen Bereich (und von Sammlern) einwerben. Ich bin mir sicher, dass bei vielen Bürgern die Bereitschaft zum Kauf einer Schmuck-Anleihe höher ist, als Projekte über immer höhere Steuern, Abgaben und Beiträge zu finanzieren. Die direkte Zuordnung der Mittel zu einem Projekt erhöht meiner Meinung nach zudem die Bereitschaft etwas mitzufinanzieren. In diesem Sinn mein Appell an Gemeinden und Sozialverbände: Druckt mehr Anleihen!

Ihr
Matthias Schmitt

Nachdem der Smart Investor bereits vor einiger Zeit auf die Chancen für Privatanleger bei Griechenland-Anleihen hingewiesen hat, schreibt nun auch die FAZ über die Sondersituation. Ich teile die in dem Artikel vorgebrachten Bedenken allerdings nicht. Denn meiner Ansicht nach machen die von Privatanlegern gehaltenen Griechen-Bonds nur einen relativ kleinen Teil aus. Zudem  sind die EU-Regierungschefs daran interessiert, dass unter allen Umständen keine Kreditausfallversicherungen fällig werden (um weiteren Spekulationen den Wind aus den Segeln zu nehmen). Die größeren Risiken sehe ich eher darin, dass uns in den nächsten Wochen die italienischen Staatschulden Kopfzerbrechen bereiten, sich die ganzen Staatschuldenkrisen erneut zuspitzen und der ausgehandelte Kompromiss noch lange nicht der letzte Akt in diesem Drama war.

Ihr
Matthias Schmitt

Bei den heute Nacht getroffenen Beschlüssen ist es sehr wichtig, zwischen den Zeilen zu lesen. Immer wieder ist von einer “freiwilligen Beteiligung des privaten Sektors” die Rede. Gemeint sind damit Banken und Versicherungen. Von Privatanlegern ist nicht die Rede. Da die Umschuldung freiwillig ist, dürfte wohl auch kein Privater dazu gezwungen werden.

Daraus ergibt sich für mich die Investment-Chance des Jahres. Aktuell notiert zum Beispiel die Griechenland-Anleihe (GR0124018525) mit Laufzeit bis 18. Mai 2012 bei 54 % des Nominalwertes. Wer sich also nicht an der Umschuldung beteiligt, erhält in weniger als sieben Monaten 100 % zurück. Natürlich gibt es noch Risiken, so könnte Griechenland doch noch aus dem Euro ausscheren und eine komplette Staatspleite hinlegen oder die Schulden in der gesamten EU könnten uns um die Ohren fliegen. Ich sehe die Chancen allerdings bei deutlich mehr als 50 Prozent, dass Privatanleger die Anleihen komplett zurückbezahlt bekommen.

Ihr
Matthias Schmitt

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